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Quelle:
Sunday Times, South Africa             (SundayTimes SA)

Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum

ÜE: J.K. --> Übersetzung aus dem Englischen: Janko Kozmus ©
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CHRONIK
 
Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
von innen und außen
 
 
26. Oktober 2003
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· Die MARABOUT-SEITE zitiert aus Südafrika ·  
Sunday Times, South Africa
Unter dem Titel "Spion betrog Valli Moosa" berichtet die Sunday Times aus  Südafrika in einem Artikel von Rowan Philip über die Spionin Vanessa Brereton, die der Sicherheitspolizei den größten Schlag in der Ära der Apartheid ermöglichte, indem sie ihnen Valli Moosa und Murphy Morobe, die ranghöchsten Führer der United Democratic Front ( UDF) in den 80er Jahren auslieferte.
Seit mehr als einem Jahr waren die Führer auf der Flucht vor der Polizei gewesen, als sie schließlich verhaftet und nach dem Sicherheitsgesetz arretiert wurden. Es folgte eine spektakuläre Flucht und Zuflucht im US-Konsulat in Johannesburg. Sie waren nach Aussage des heutigen Richters und damaligen Anwalts Dayalin Chetty, der Brereton damals anvertraut hatte, dass die beiden in seinem Haus versteckt seien, im bewussten Haus am 22. Juli 1987 durch Oberst Gideon Nieuwoudt von den Sicherheitskräften verhaftet worden.
Brereton, eine frühere Anwältin für Menschenrechte gab diese Woche zu, dass sie - nicht der Scorpion-Chef Bulelani Ngcuka - der Agent RS 452 gewesen sei. Die Frage, ob Ngcuka ein Apartheidsspion gewesen sei, wird gegenwärtig durch die  Hefer-Kommission in Bloemfontein untersucht.
Die Sunday Times zitiert Breretons Kontaktmann, Karl Edwards, der gestern sagte: "Es ist war - sie lieferte die Information, die zu den Verhaftungen führte."
Chetty, der in den späten 80er-Jahren als Breretons Hauptanwalt tätig war, sagte lt. Sunday Times, er habe ihr vom Besuch von Morobe und Moosa - damals Generalsekretär der UDF - während einer legalen Briefings zwei Tage vor dem Zugriff erzählt.
Niemand außer seinen Kollegen Krish Naidoo, Brereton und seiner eigenen nächsten Familie hätten gewusst, so Chetty gegenüber der Sunday Times, dass die Führer dort seien. Chetty bestand darauf - nach Breretons Geständnis und einem Gespräch mit Naidoo -, dass Brereton der Maulwurf gewesen sei.
Die Sunday Times zitiert ihn: "Ich sagte es nur, weil sie wollte, dass ich in einer Gerichtssache nach Aliwal North führe, aber ich sagte, ich müsste da bleiben, weil diese Jungs bei mir wären, und ich sie am nächsten Tag loswerden wollte. Es war ein großer Rückschlag für den Widerstand."
(...)
Insgesamt seien Moosa und Morobe ca. 14 Monate gefangen gehalten worden, berichtet die Sunday Times.
"Phindile Makwakwa, Moosas Sprecher, gegenwärtig Minister für Umwelt und Tourismus, wollte, nachdem er durch die Sunday Times unterrichtet worden war, nicht Stellung nehmen."
Morobe - gegenwärtig Vorsitzender für Südafrikas Nationalparks, dagegen äußerte, er und Moosa hätten sich jahrelang gefragt, wie die Polizei von ihrem Aufenthaltsort erfahren habe.
Der Schuldige sei unter einer Gruppe von Jungaktivisten der UDF vermutet worden, die um ein Treffen mit ihm und Moosa in jener Nacht nachgefragt hätten, was aber verweigert worden sei. Einer hätte ihre Adresse entdeckt und sie weitergegeben haben können.
"Es ist gut schließlich zu wissen … Ich hoffe nur keiner dieser Jungs, die wir trafen wurde fälschlicherweise beschuldigt. Sicher, Valli und ich gingen nie auf Hexenjagd."
"Es war eine entscheidende Inhaftierung für die Polizei - über ein Jahr hatten sie nach uns gesucht und wir waren zwei der wenigen verbleibenden UDF-Führer des Landes außerhalb des Gefängnisses", sagte Morobe.
Er fügte hinzu: "Noch Jahre danach versuchten wir herauszufinden, wie die Polizei unser Versteck in Erfahrung gebracht haben konnte - Vanessa war einfach über jeden Verdacht erhaben."
"Moosa und Morobe konnten schließlich flüchten, indem sie Krankheit vortäuschten und im Hospital angelangt, wo ein sympathischer Doktor ihnen half, den Wärtern zu entwischen. Sie flohen zum US-Konsulat, wo sie für 37 Tage blieben, bevor sie mit Passports versehen außer Landes flogen, um ANC-Kollegen im Exil zu treffen." (...)
"Ich denke, sie war eine sehr unglückliche Person. Edwards hat sie offensichtlich hinters Licht geführt", sagte Chetty. "Ich denke oder ich hoffe, sie hatte keine Vorstellung vom Schaden, den sie der Bewegung zufügte, als sie die beiden betrog."
(SundayTimes SA, ÜE: J.K.)
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