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AFRIKA-CHRONIK |
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LANDESCHRONIKEN |
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SUDAN |
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CHRONIK
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Zur
Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas*
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von
innen und außen
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SUDAN
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1929
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Im Marwa-Distrikt, Sudan, wird der künftige Schriftsteller
Tayeb Salih (auch: Saleh) geboren. |
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1938
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Im südsudanesischen Moong, nahe Abyei, wird der künftige
Menschenrechtsaktivist, Diplomat, Romancier, Biograph und Autor
politischer sowie ethnologischer Schriften Francis Mading Deng
geboren. |
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1959
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Als Sohn sudanesischer Eltern wird der spätere Schriftsteller
arabischer Sprache →
Tarek
Eltayeb
in Kairo geboren. |
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1964
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In der sudanesischen Hauptstadt Khartoum wird als Tochter einer
ägyptischen Mutter und eines sudanesischen Vaters die künftige
Schriftstellerin →
Leila
Aboulela geboren. |
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1965
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Im dem Dorf Labdda, nahe der Ortschaft El-Dlennj in der Nuba-Bergregion
gelegen, wird der künftiger Schriftsteller und Dichter Abbakar
Adam Ismail geboren. |
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25.
Mai
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1969
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Durch einen Staatsstreich des linksgerichteten Oberst Dschafar
An Numeiri wird die zweite Amtszeit des sudanesischen Premiers
→
Muhammad
Ahmad Mahdschub
(auch Mahgoub), der neben seiner Tätigkeit als Politiker
auch als Lyriker Bekanntheit erlangte, beendet. |
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27.
Oktober
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1969
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In →
Ugandas
Hauptstadt Kampala wird der spätere kath. Priester und Erzähler
John Oryem geboren. |
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Februar
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1972
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Zwischen
der Regierung von Dschafar An Numeiri und den südsudanesischen
Rebellen wird das Addis-Abeba-Abkommen abgeschlossen, das den
17 Jahre dauernden Krieg beendet.
Nach dem Abschluss dieses Abkommens "begleitete ich meine
Eltern aus dem ugandischen Exil zurück nach Hause",
wird der künftige Erzähler John Oryem später berichten.
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1976
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In seinem Haus in Khartoum stirbt der 1908 in ad-Duwaim geborene
Autor, Dichter und Politiker Muhammad Ahmad Mahdschub
(auch Mahgoub).
In den 50er und 60er Jahren bekleidete Mahdschub zweimal das Amt
des Außenministers und anschließend wurde er Premierminister
- von 10.06.1965 bis 25.07.1966. Ein Jahr später, am 18.05.1967
wurde er erneut zum Premierminister gewählt. Nach seiner
Entmachtung im Jahre 1969 lebte er lange Jahre in London, kehrte
aber vor seinem Tod in seine Heimat zurück.
Neben zahlreichen lyrischen Veröffentlichungen in arabischer
Sprache - u.a. Lost Paradise (Das verlorene Paradies) -
standen auch politische Studienpublikationen wie Democracy
on Trial (Die Demokratie auf dem Prüfstand). |
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März
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In
Juba, im südlichen Sudan, erscheint das erste Heft von Heritage.
A Journal of Southern Sudanese Cultures (Erbe. Ein Journal
Südsudanesischer Kulturen). Vorsitzender ist Othwon Dak,
Chefredakteur Severino Matti. Im Editorial heißt
es programmatisch: "Eine der irreführendsten Vorstellungen
in unserem andauerndem Kampf war die Tendenz, die Südsudanesen
als ein Volk ohne Kultur und Geschichte zu betrachten. Jedoch
reflektierte die Natur unseres Kampfes gegen Unterdrückung,
Ausbeutung und Ungerechtigkeit deutlich die starke Identifikation
mit einem monolithischen panafrikanischen kulturellem Erbe.
Die Anerkennung durch die Mai-Revolution [gemeint ist der Putsch
v. Jaafar Mohamed al-Nimeiri, der bis 1985 an der Macht bleibt,
J.K.] (deklariert am 9. Juni 1969) der Afrikanischen Kulturen,
die innerhalb eines geeinten Sudans entwickelt werden müssten,
war progressive Politik. Ihre Implementierung beendete den Nord-Süd-Konflikt
im März 1972."
Herausgegeben wird das Journal, das neben Zeichnungen und Gedichten
auch dramatische und Prosatexte umfasst und dreimal im Jahr erscheinen
soll, vom Kulturministerium. ·
(Heritage, ÜE:
J.K.) |
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August
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Sudanesische Geschichten erscheinen in New York, wiedererzählt
von Ali Lutfi Abdallah:
The Clever Sheikh of the Butana and Other Stories: Sudanese
Folk Tales (Der kluge Scheich der Butana und andere Geschichten:
Sudanesische Volkssagen/märchen) |
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11.
August
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Wie die südafrikanische Wochenzeitung Mail & Guardian
berichtet, ging der erste Caine Prize for African Literature
an die sudanesische Autorin Leila Aboulela für The Museum.
Die Kurzgeschichte erscheint in Opening Spaces: An Anthology
of Contemporary African Women's Writing (dt: Black Women.
Neue Literatur aus Afrika), herausgebracht von der simbabwischen
Autorin →
Yvonne
Vera. Eine von Aboulelas Stärken ist lt. Juryurteil "die
im Roman The Translator zum Tragen kommende Fähigkeit
des mit erstaunlicher Intimität ausgeführten Protokollierens
der Opfer aller Seiten bei interkulturellen Begegnungen". (...)
·
(Mail & Guardian, ÜE:
J.K.)
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13.
Juni
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In der Rubrik At a glance bringt die englischsprachige
Ausgabe der halbamtlichen Kairoer Zeitung Al-Ahram mehrere
Kurzkritiken zu Neuerscheinungen aus dem Bereich Belletristik
aus →
Ägypten
sowie aus anderen arabischen Ländern, u.a. aus dem Sudan:
Die fiktionalisierte Autobiografie des sudanesischen Autors Amir Tajesser,
bekannt geworden durch seinen 1998 veröffentlichten Roman Nar
Al-Zagharid (2001,
Feuergeheul), sei in sechzig
kurze Szenen eingeteilt, in denen der Autor von seinen Erfahrungen
erzähle, die er während seiner Arbeit mit Stämmen im südlichen
Sudan gewonnen habe. "Einige dieser Szenen sind von bemerkenswerter
Kraft und Intensität", aber dies sei nicht genug, heißt es in
der Kurzkritik, die Sammlung als Ganzes zu retten, wenn die abgeschlossene
Reihe einer Serie von Anekdoten mehr ähnele, als einem im Ganzen
umgesetzten Stück. · (Al-Ahram,
ÜE:
J.K.) |
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zeit
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los
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Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:
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13.
September
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Die
Redaktion der englischspr. sudanesischen Tageszeitung Khartoum
Monitor darf zum letzten Mal für zwei Tage öffnen.
Hintergrund ist die vom Nationalen Presserat, der wie
Human Rights Watch angibt, von der Regierung kontrolliert
ist, im Februar ergangene Aufforderung an alle Zeitungen des
Landes nicht über den Friedensprozess zwischen dem Süden
und Norden des Sudan zu berichten. Mehrere unabhängige
Redaktionen seien daraufhin durchsucht und der Monitor-Reporter
Edward Tersu Ladu sei verhaftet worden. Er habe 10 Tage in Haft
gesessen. Im vergangenen Mai habe ein Khartoumer Strafgericht
den Khartoum Monitor für 2 Monate geschlossen. Im
Juni sei der Zeitung dann vom Court of Crimes Against the
State, einem sudanesischen Sicherheitsgericht, die Lizenz
dauerhaft entzogen und eine Strafzahlung von 400.000 sudanesischen
Dinar (ca. EUR 1.500) ausgesprochen worden. ·
(Human
Rights Watch)
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9. Januar
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Erste Publikation der südsudanesischen englischsprachigen
Wochenzeitung The Juba Post. - Laut Selbstdarstellung
ist die Zeitung im Jahre 2004 von einer "Initiative unabhängiger
Journalisten, die es verweigerten für zensierte Zeitungen
zu arbeiten" gegründet worden. Der Publikationstag
fällt auf den Tag des Friedensabkommens zwischen der Regierung
und der Sudanesischen Volksbefreiungsbewegung (Sudan People's
Liberation Movement, SPLM)
·
(Juba Post, ÜE:
J.K.)
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29.
Mai
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2005
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"'Goldene
Feder der Freiheit'
für Mahjoub Mohamed Salih",
Bei der Eröffnungsfeier des 58th World Newspaper Congress
und des 12th World Editors Forum in Seoul, Südkorea,
wird der sudanesische Journalist Mahjoub Mohamed Salih für
sein Lebenswerk, eine annähernd 50-jährige Dienstzeit,
ausgezeichnet.
Der Medienpreis wird seit 1961 jährlich vom Weltverband
der Zeitungen (The World Association of Newspapers, WAN) "für
außerordentliche Aktivitäten eines Individuums, einer
Gruppe oder einer Institution im Dienste der Pressefreiheit
verliehen. Aber der heutige Preis ist weit mehr als ein jährlich
vergebener Preis, betrachtet man die lange, glänzende Karriere
des Preisträgers von 2005. In gewisser Hinsicht ist diese
Goldene Feder der Freiheit, mit der Mahjoub Mohamed Salih
geehrt wird, ein Preis für ein Lebenswerk", sagte
George Brock, Präsident des World Editors Forum,
der den Preis an den Mitbegründer und Redaktionschef von
Al-Ayam, der ältesten unabhängigen Zeitung
des Sudan überreichte. ·
(Vgl. www.wan-press.org, ÜE:
J.K.)
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9.
November
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"Mindestens
300 Menschen wurden aus dem Gebiet Gumbo vertrieben",
überschreibt Hillary J. Andrea ihren Bericht für die
südsudanesische englischsprachige Wochenzeitung Juba Post.
Die 300 Menschen seien in der Folge von anhaltenden Angriffen
bewaffneter Gruppen in den letzten drei Wochen vertrieben worden,
präzisiert die Autorin. "Sie sind nach Juba geflohen, aber unglücklicherweise
finden viele untern ihnen keinen Platz, wo sie siedeln könnten",
zitiert die Autorin einen Anwohner.
Die meisten von ihnen würden nun seiner Aussage nach, nachdem
sie die Erlaubnis von der lokalen katholischen Kirchenverwaltung
erhalten haben, provisorische Bauten in Kassaba entlang des Nilostufers
erstellen. "Wir wollen uns bei der Verwaltung von Kator Parish,
die zu uns hielt, bedanken", wird eine der Betroffenen, Mary Kaku,
zitiert.
Laut Mary Kaku haben die Menschen von Gumbo weder Unterstützung
von der Regierung des Südsudan noch von Nichtstaatlichen-Organisationen
(→
NGO's)
erhalten. Die meisten der Betroffenen seien keine Regierungsangestellten
und würden auf eigene Faust überleben, "besonders wir,
die Frauen, neben anderen, sammeln Feuerholz in den Wäldern, um
das zu verdienen, was wir zum Überleben brauchen".
Laut Ansicht verschiedener Bürger von Gumbo seien die anhaltenden
Attacken von Angehörigen der →
Lord's
Resistance Army und anderen unbekannten Bewaffneten innerhalb
des betroffenen Gebiets nach der Unterzeichnung des Friedensabkommens
[zwischen Regierung und der hauptsächlich im Süden operierenden
Befreiungsbewegung SPLM/A, 2005. J.K.] verübt worden. Wir,
die Bürger von Gumbo genießen keinen Frieden", wird einer
von ihnen zitiert.
Seiner Aussage nach wollen sich die Menschen nicht in der Nachbarschaft
von Juba niederlassen, sondern sind gewillt, in ihr Gebiet zurückzukehren,
wenn die Sicherheit hergestellt sei. "Das Leben in der Stadt ist
teurer als das Leben im Dorf, wir können es uns nicht leisten,
und deshalb versuchen wir hier draußen unser eigenes Leben zu
gestalten." Wegen der unsicheren Situation sei niemand in der
Lage gewesen, Felder zu bebauen, was die Familien vollkommen von
den Verwandten in Juba und angrenzenden Gebieten abhängig mache.
·
(Juba Post, ÜE:
J.K.)
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Wie sein Freund Ali Mahdi bekannt gab, ist Tayeb Salih (auch:
Tayeb Saleh od. Tajjib Salich) in der Nacht vom Dienstag
auf Mittwoch in seiner Wohnung im Londoner Exil verstorben.
Der sudanesische Autor ist 80 Jahre alt geworden. Sein 1967
veröffentlichter Roman Mausim al-Hidschra ila asch-schimal
(dt: Zeit der Nordwanderung) gilt als einer der bedeutendsten
der arabischen Sprache. Weitere Veröffentlichungen:
Urs az-zain (1967; dt. Die Hochzeit des Zain. 1983)
Eine Handvoll Datteln: Erzählungen aus dem Sudan, 2000. |
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Anmerkungen:
*
inkl. arabischer Raum
ÜE: J.K. --> Übersetzung aus
dem Englischen: Janko Kozmus ©
ÜF: J.K. --> Übersetzung aus
dem Französischen: Janko Kozmus ©
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Quellen
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Sach-
und Personenregister |
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