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| 1945
Am 9. Mai wird Gamal al-Ghitani im ägyptischen
Guhaina geboren. Bald darauf zieht die Familie ins Alt-Kairoer
Viertel Al-Gamaliya.
1962
beschließt Gamal al-Ghitani seine Schulbildung
an einer technischen Oberschule in Kairo. Anschließend
Ausbildung zum Teppich-Designer.
1960er
Einige Jahre Tätigkeit als Teppich-Designer. |
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| 1963
In der Julinummer der Beiruter Zeitschrift al Adib erscheint
als erste Veröffentlichung die Kurzgeschichte Der Besuch;
weitere Veröffentlichungen in den folg. Jahren in libanesischen
und ägyptischen Zeitschriften. |
| 1966/67
6 Monate Haft in einem Gefangenenlager wegen seiner kritischen
Haltung gegenüber Präsident Nassers Politik. |
| 1967
Nach seiner Freilassung im März wird er Sekretär der
Kairoer Kunsthandwerk-Vereinigung Khan al-Khalili. |
| 1968
Mitbegründung der Literaturzeitschrift Galiri 68
(Gallerie 68), dem Sprachrohr seiner Schriftstellergeneration
in →
Ägypten.
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| 1969
Beginn der Tätigkeit als Journalist bei der Kairoer
Tageszeitung Akhbar al-Youm, zeitweilig Militärkorrespondent.
Awraq Shabb 'asha mundhu alf 'am (Blätter eines
jungen Mannes, der vor 1000 Jahren lebte, daraus: Anleitung
für die Sterblichen.., in: Farahats Republik. Zeitgenössische
ägyptische Erzählungen, S.78-91, hgg. v. Nagi
Naguib. Berlin (West) 1980), Erz. Kairo 1969. |
| 1972
Ard .. Ard
(Land ... Land), Erz. Kairo 1972. |
| 1973
Kriegsberichterstattung vom sog. Jom-Kippur- oder Oktoberkrieg
für die Kairoer Tageszeitung Akhbar al-Youm. |
1974
Al-Zaini
Barakat[1],
1974 (dt: Seini Barakat, Diener des Sultans, Freund des Volkes;
Übersetzung: 1984), Roman. Damaskus 1974. - Aus der Sicht
verschiedener Erzähler werden Aufstieg und repressiver Führungsstil
des Seini Barakat in Kairo zur Zeit der Ablösung der Herrschaft
der Mamelukken durch die Osmanen erzählt. |
1975
Al-Hisar
min Thalath Jihat
(Belagerung von drei Seiten), Kurzgeschichten. Damaskus 1975.
Al-Zuwayl, Kurzgeschichten. Baghdad 1975. |
1976
Waqi'i' Harat al-Za'farani (dt: Der safranische Fluch oder
Wie Impotenz die Welt verbessert, Berlin 1991; Taschenbuchausgabe:
München 1994), Roman. Kairo 1976. - In satirischer Form erzählt
al-Ghitani von den Sorgen und Nöten der kleinen Leute in
der fiktiven Safran-Allee.[2]
Hikayat
el-Gharib
(Die Erzählung des Fremden), Kurzgeschichten. Kairo 1976.
|
1977
Ar-Rifai, Roman. Kairo 1977. |
1978
Dhikr
ma Jara
(Die Erinnerung an das Vergangene), Kurzgeschichten. Kairo 1978.
|
1980
Naguib Mahfouz-Biographie. Beirut 1980.
Ausgezeichnet mit dem Ägyptischen Staatspreis Erster Klasse
für Wissenschaft und Kunst. |
1981
Chutat al-Ghitani (Die Pläne des Ghitani), Roman. 1981.
|
1983/85/86
Kitab at-tag-liyat (Das Buch der Offenbarungen) 3 Bde. |
1984
Ittihaf as-saman bi bikaya galabi as-sultan (Das Verschönern
der Zeit mit der Geschichte von Galabi as-Sultan), Kurzgeschichten.
1984.
Achrasch al-madina (Die Wälder der Stadt), Kurzgeschichten.
1984.
Muntasaf lail al-ghurba (Mitternacht der Fremde), Kurzgeschichten.
1984. |
1985
übernimmt al-Ghitani die Leitung des Kulturbereichs der Kairoer
Tageszeitung Al-Akhbar, in welcher er auch eine eigene
Kolumne verfasst. Gleichzeitig überwacht er die monatliche
Buchseite der Zeitung Akhbar al-Youm.
Ithaf
aI-Zaman bi-Hikayat Jalbi al-Sultan,
Erz. Kairo 1985. |
1987
Ausgezeichnet mit dem frz. Ritterorden (für Kunst und
Literatur): Chevalier de l’Ordre des Arts et des Lettres.
|
1988
(87?)
Risala min al-Sababa wal Wajd (Ein Brief über Liebe und
Leidenschaft), Roman. Kairo 1988. |
1989
Risalat al-basa'ir fi al-masa'ir, (dt: Das Buch der Schicksale;
Übersetzung: Doris Kilias. München 2001), Roman. Kairo
1989.- Vor dem Hintergrund der Sadat-Ära, der Hinwendung
Ägyptens zum Westen erzählt Al-Ghitani von kleinbürgerlichen
Schicksalen, die lose miteinander verknüpft sind. Einer der
Menschen, die unter den neuen Lebensedingungen leiden, ist der
"junge Mann", dessen glänzende Ausbildung auf Höheres
hoffen ließ, dessen Tätigkeit in einem Touristenhotel
ihn jedoch an den Rand der Prostitution drängt. |
1990
Shath al-Madina, Roman. Kairo 1990.
Thimar al Waqt, Erz. 1990. |
1990-96
Gesammelte
Werke. 6 Bde. Kairo 1990-96. |
|
|
1992
Ha-tif al-Maghib, Roman. Kairo 1992. |
1993
übernimmt al-Ghitani die Chefredaktion des literarischen
Wochenblatts Akhbar al-Adab.[3]
Min
Daftar al-'Ishq wal-Ghurba,
Erz. Kairo 1993.
Naftha
Masdur,
Erz. Kuweit 1993. |
1994
Mutun al-Ahram (dt: Pyramiden.
Eine literarische Expedition; Übersetzung: Doris
Kilias. München 2006), Erzählungen. Kairo 1994. - In
14 Geschichten werden Mythen und Legenden rund um die Pyramiden
kunstvoll erzählt. In der ersten versucht ein junger Scheich
jahrelang deren Geheimnis zu lüften, vergeblich. Als er von
einem Manuskript erfährt, das ihn der Lösung näher
bringen könnte, beschließt er Buchhändler zu werden
und auf den unbekannten Überbringer zu warten. |
1996
Shatf
al-Nar,
Erz. Kairo 1996.
Neben anderen prominenten Kollegen unterzeichnet Gamal al-Ghitani
einen an Arafat gerichteten Aufruf in THE NEW YORK REVIEW OF BOOKS,
das Verbot gegen Edward W. Saids Bücher in den Autonomen
Palästinensichen Gebieten in Gaza und Westbank sowie in Ostjerusalem
wieder aufzuheben.[4]
|
1999
The
Cairo of Naguib Mahfouz,
Fotoband mit 62 Farbfotos v. Britta Le Va. Kairo 1999. Einleitung:
Gamal al-Ghitani. Vorwort: Nagib
Machfus. |
| 2000
The
Cairo of Naguib Mahfouz.
Kairo 2000. |
| 2001
kündigt Al-Ghitani seine Mitarbeit als Herausgeber
klassischer arabischer Literatur bei General Organisation
for Cultural Palaces[5]
auf. |
| 2005
Ketab
Al Tagaliyat
(Übersetzung ins Französische: Le Livre des Illuminations.
Paris 2005).
Ausgezeichnet mit dem frz. Prix Laure Bataillon für
das beste übersetzte belletristische Werk für Le
Livre des Illuminations.[6]
Mitglied der 10-köpfigen Jury des Lettre Ulysses Award
2005 |
|
2006
Al
Majalis al Mahfuziya
(Die Machfus-Dialoge; engl. Ausgabe: The Mahfouz-Dialogs;
Übersetzung:
Humphrey Davies. Kairo 2008)
Kairo 2006.
Ayyam
aL-hasr. Kairo 2006. |
| 2008
Rinn,
Roman. Kairo 2008. |
| 2009
Khulsa¯t
al-kará, Kurzgeschichten. Kairo 2009.
Ausgezeichnet
mit dem Zayed Book Award in Literature 2009 für
den Roman Rinn.
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|
Gamal al-Ghitani lebt und arbeitet in Kairo. |
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"As the interview progresses El-Ghitani flings the windows
wide open to let in the sunlight. He has the strong, roughly-hewn
features of an Upper Egyptian. Bespectacled and dark- skinned,
with a balding head of thinning grey hair, El-Ghitani's gaze
is arresting." - Gamal El-Ghitani: A scent of history,
Gamal Nkrumah, in: Al-Ahram Weekly v. 10.03.2005 |
| |
| 1)
Al-Zaini Barakat ist der erste arabische Roman der in engl.
Übersetzung (Zayni Barakat) bei Penguin Classic erschien.
Nicht selten wird er als eine Allegorie auf die Herrschaft Nassers
in Ägypten betrachtet. |
| 2)
Von Kritikern als das Buch bezeichnet, das dem Machfus'schem Sozialrealismus
am nächsten steht. Gamal al-Ghitani hat sich in seinem Werk
immer weiter von den konkreten Bezügen zur sozialen Geschichte
entfernt, bis hin zu dem 2005 erschienenen Buch der Illuminationen,
ein Buch, das ihn vielfacher Hinsicht das Produkt von al-Ghitanis
lang bestehender Faszination für den Sufismus und den mysthischen
Islam sei, schreibt
Gamal Nkrumah in dem Artikel A scent
of history. Al-Ghitani
interessiere der Schnittpunkt von Heiligem und Sakralem, von Spirituellem
und Sinnlichem, von Künstlerischem und Intellektuellem. -
Vgl. A scent
of history, Gamal Nkrumah, in: Al-Ahram
Weekly v. 10.03.2005 . |
| 3)
Das ägyptische literatische Wochenblatt Akhbar al-Adab
ist eines der bedeutendsten seiner Art der gesamten arabischen
Welt. Als sein Chefredakteur hat al-Ghitani zahlreiche
Publikationen inkriminierter Autoren zu
verantworten, was eine ständige Auseinandersetzung mit dem
Kulturestablishment mit sich bringt, dessen fortgesetzte Einmischung
in den Kulturbetrieb einer Zensur gleichkommt, die offiziell im
Jahre 1976 abgeschafft wurde. Anlässlich einer Internationalen
Konferenz der Bibliotheca Alexandrina im Jahre 2004 äußerte
sich deren Direktor Ismail Serageldin zum Problem der Zensur folgendermaßen:
"The real issues of censorship from Taha Hussein to Nasr
Hamed Abu Zeid are not so much government actions or the legislative
climate, even if that can certainly be improved. The real issue
is in the intolerance that permeates a society." Vgl. 'To
freely express themselves', Gamal Nkrumah, in: Al-Ahram
Weekly v. 23-29.09.2004. |
| 4)
Im
August des Jahres 1996 wurden die Bücher des 2003 verstorbenen
palästinensichen Literaturtheoretikers, Essayisten und Aktivisten
Edward W. Said von palästinensischen Sicherheitskräften
aus den Buchläden der Autonomiegebiete entfernt und ein Verkauf
untersagt. Hintergrund war Saids Kritik an Arafats Unterzeichnung
des Osloer Abkommens mit Israel im Jahre 1993. Das Verbot wurde
im Jahre 2000 wieder aufgehoben, nachdem Said sich lobend über
Arafat äußerte, der das Angebot eines zweiten Camp
David-Gipfels mit Israels Premier ausschlug.- Neben Ghitani schlossen
sich dem Aufruf an: der syr. Lyriker Adonis, der palästin.
Lyriker Mahmoud
Darwish, der irak. Dichter Saadi Youssef, Nagib
Machfus, Orhan Pamuk, Susan Sontag, Paul Auster, Günter
Grass u.a. Vgl. THE NEW YORK REVIEW OF BOOKS |
| 5)
Der
Vorsitzende dieser kulturellen Einrichtung war entlassen worden,
weil unter seiner Leitung drei angeblich pornographische Bücher
veröffentlicht worden waren. Neben drei anderen Herausgebern
kündigte auch Al-Ghitani seine Mitarbeit auf. Er hatte mit
der Herausgabe eines 4-bändigen Werks Abu Nuwas' (757-815
) begonnen, dessen homoerotische Dichtung nicht nur den Fundamentalisten
im Lande ein Dorn im Auge ist, sondern auch so manchem Kulturoffiziellen.
Vgl. The crux of the matter, Inverview v. Youssef Rakha,
ebenso: Back to the village, Interview v. Omayma Abdel-Latif
beide in: Al-Ahram Weekly v. 18-24. Jan. 2001; New palace
residents v. Youssef Rakha, in: Al-Ahram Weekly v.
24-30. Mai 2001. |
| 6)
Der Preis geht zu gleichen Teilen an Autor und Übersetzer. |
Wichtigste
Quellen:
Farahats Republik. Zeitgenössische ägyptische Erzählungen,
hgg. v. Nagi Naguib. Berlin (West) 1980.
Erkundungen. 32 ägyptische Erzähler, hgg. v.
Doris Kilias. Berlin (Ost) 1989.
Al-Ahram Weekly |
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| Schreiben
trotz allem, Adelbert Reif interviewt Gamal al-Ghitani
für die NZZ |
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Auszug
aus dem Roman Zayni Barakat, in engl. Sprache. |
|
Aufruf in der THE
NEW YORK REVIEW OF BOOKS,
das palästinensische Verbot der Bücher von Edward W.
Said zurückzunehmen, Afrika-Chronik 1996. |
| 2007-2010
© by Janko Kozmus |
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Im Schatten der Pyramiden (zu: Pyramiden. Eine literarische
Expedition) |
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Alaa al Aswani |
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Nagib Machfus
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Nawal El Saadawi
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Miral al-Tahawi
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Mustafa Zikri
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Zwischen Lethargie und Ekstase (zu Machfus: Der Rausch) |
Von der Auflösung einer Generation (zu Machfus: Der
letzte Tag d. Präsidenten) |
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Einstige Kolonialherren, Knochenbrecher und ein Kaffeehaus
(zu Machfus: Die Midaq-Gasse)
|
Die Spielgefährtin (zu Miral al-Tahawi: Das Zelt) |
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IPS, Erschreckende Zunahme von vermissten Kindern versetzt
das ländliche Ägypten in Aufregung, 2009 |
The National (V.A.E.), Interview mit dem ägyptischen Autor
Yusuf Zeydan (Youssef Ziedan) über seinen Roman Beelzebub.
2009 |
Al-Ahram, Hundertjahrfeiern, Zensur und die 40. Kairoer
Internationale Buchmesse, 2008 |
Al-Ahram, Der Großimam der Al-Azhar-Universität, Scheich
Mohamed Sayed Tantawi in der Kritik, 2007 |
Al-Ahram, Über das nubische Theaterstück Nubia.com,
2007 |
Al-Ahram, Über Arbeiterstreiks in zahlreichem Fabriken
Ägyptens, 2007 |
Al-Ahram über Polizeiübergriffe bei Landstreitigkeiten
in Ägypten, 2005 |
Arab News, Rezension des Romans "A Certain Woman"
v. Hala Al Badry, 2004 |
Al-Ahram über "The Passion" in Ägypten, 2004 |
El-Watan über rituelle Klitorisbeschneidung in Ägypten,
2003 |
Al-Ahram über einen der Verhöhnung des Islam angeklagten
Schriftsteller, 2000 |
Al-Ahram über die Zusammenarbeit von Regisseur Fawzi und
Drehbuchautor Zikri, 2000 |
Cairo Times, über den ägyptischen Dichter Ahmed Taha,
1999 |
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