DIE MARABOUT-SEITE
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Chronik (1901–2019)

Zur Sozial- und Literaturgeschichte Afrikas * von innen und außen 

Jahreschroniken: 2013

Stand: 06.07.2019

 

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10. Januar
2013
Unter dem Titel:
"Buch des Jahres 2012: Die Krönung des Romans Femme sans avenir"
stellt B. Touré besagten Roman für die Online-Ausgabe der malischen Tageszeitung L'Essor vor. Der Preis sei dem Roman Femme sans avenir (Frau ohne Zukunft) von Hanane Keita verliehen worden, ergänzt er ...  mehr dazu · (L'Essor, ÜFK: J.K.)
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6. Februar
2013
"Timbuktu: Die geretten Manuskripte sind in Bamako",
titelt die malische Tageszeitung L'Essor online. Als Verfasser sind die "Sonderbeauftragten" M. Keita und H. Kouyate angegeben.
"Nachdem sie die Stadt Timbuktu eingenommen hatten", heißt es einleitend, "verjagten die Islamisten alle Mitarbeiter des Instituts für fortgeschrittene Studien und Islamforschung Ahmed Baba (l’Institut des hautes études et de recherches islamiques Ahmed Baba) und richteten sich dort ein". Während der Monate der Besatzung dort einquartiert, hätte niemand gewagt, sich diesem "bedeutendem Ort des Wissens" zu nähern.
 mehr dazu · (L'Essor, ÜFK: J.K.)
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4. März
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2013

chrAbs Joseph Lemasolai Lekuton erneut im Parlament
Bei den heutigen Allgemeinen und Parlamentswahlen in Kenia wird der Bildungspolitiker und Autor des autobiografischen Werks Facing the Lion: Growing Up Maasai in the African Savanna (dt: Facing the Lione; Übersetzung: Werner Petermann), nach 2007 erneut ins Parlament gewählt.

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8. März
2013
100. Geburtstag von  Mouloud Feraoun,
dem 1963 bei einem Anschlag der rechtsextremen frz. Terrorbewegung O.A.S (Organisation de l'armée secrète) ermordeten algerischen Schrifsteller.
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15. März
2013
50. Todestag von Mouloud Feraoun,
MOULOUD FERAOUN: VERGELTUNG UNTER TAGE bei amazon bestellen
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Der  algerische Schriftsteller französischer Sprache wurde bei einem Anschlag der rechtsextremen frz. Terrorbewegung O.A.S (Organisation de l'armée secrète) auf das Château Royal bei Algier ermordet. -
Zu seinen bekanntesten Werken zählen die beiden preisgekrönten Romane Le fils du pauvre (1950, Der Sohn des Armen) und La Terre et le sang (1953, dt: Vergeltung unter Tage, auch: Die Heimkehr des Amer-U-Kaci).
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Mai
2013
Literarische Auszeichnung für Mia Couto
Ende Mai wird der mosambikanische
Schriftstller Mia Couto mit dem wichtigsten Preis für portugiesischsprachige Literatur, dem Prémio Camões ausgezeichnet. Der Preis ist mit 100.000 € dotiert. Couto ist der zweite Autor seines Landes, der diesen Preis erhält. Vor ihm wurde der Dichter José Craveirinha mit diesem bedacht.
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23. Juni
2013
100. Geburtstag von Jacques Rabemananjara.
2005 verstarb der madagassische Politiker und Schriftsteller frz. Sprache.
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14. September
2013

60. Geburtstag der algerisch-französischen Geschichtenerzählerin und Autorin Nora Aceval.

COVER: NORA ACEVAL: LE PRINCE TISSERAND
Nora Aceval
Le Prince Tisserand
frz. Original

Die Tochter einer arabischen Mutter und eines frankoalgerischen Vaters*** wird in Tousnina, im Hochplateau der Tiaret Provinz, geboren und wächst mit den Märchen und Legenden des Nomadenstamms der Ouled Sidi Khaled auf, erzählt insbesondere von den weiblichen Mitgliedern.
Nora absolviert eine Pflegeausbildung, und nach ihrer Übersiedlung nach Frankreich graduiert sie mit einem Master in moderner Literatur.
Nach einer Forschungsreise im Rahmen eines Projekts der Pariser Universität (XIII) unter der Leitung von Jean Perrot, bei der es um die mündliche Überlieferung von Märchen und Legenden in Noras Heimat geht, unternimmt sie unter eigener Regie mehrere Reisen und beginnt mit dem Sammeln, Übersetzen und der Niederschrift der Geschichten ihrer Heimatregion. Zahlreiche dieser Erzählungen sind veröffentlicht, hier eine Auswahl:

COVER: NORA ACETEVAL: L'Algérie des contes et légendes
L'Algérie des contes et légendes.
frz. Original

Ghazali le bédouin (Alger. Geschichten, Ghazali der Beduine), Essay, Illustrationen: Boubaker Ayadi. 2000
L’Algérie des contes et légendes (hauts plateaux de Tiaret - Alger. Geschichten und Legenden), Paris 2003
Contes et traditions d’Algérie, (Aux origines du monde / Von den Anfängen der Welt), 2005
Contes du Djebel Amour (Sammlung, Geschichten vom Djebel Amour), Illustrationen: Elène Usdin. Paris 2006
L’Élève du magicien (Der Schüler des Zauberers), Album, Illustrations Emre Orhun. Calligraphie : B.Zerouki, Sorbier, 2007
Le Prince tisserand (Der Weberprinz), Album, Zeichnungen: Laureen Topalian, (Au berceau du monde / In der Wiege der Welt), Paris 2007 - Ausgezeichnet mit dem Prix Saint-Exupéry 2008
Contes libertins du Maghreb (Freizügige Geschichten aus dem Maghreb), Vorwort: Leïla Sebbar, Zeichnungen: Sébastien Pignon, Paris 2008
La Science des femmes et de l’amour (Die Wissenschaft von den Frauen und der Liebe), Zeichnungen: Sébastien Pignon, Paris 2009.
La Chamelle (Die Kamelstute), Zeichnungen: Sébastien Pignon, Paris 2011.
La Femme de Djiha (Die Frau von Djiha), Zeichnungen: Sébastien Pignon, Paris 2013.
Le Fil des femmes (Der Frauenfaden), Montreuil-sur-Brèche 2013.

Nora Aceval lebt im französischen Creil an der Oise.

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zeit
los
Afrikanische und arabische Sprüche und Weisheiten:

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.21. September
2013
Bei einem Extremistenüberfall wird der Diplomat, Kritiker, Dichter und Schriftsteller Kofi Awoonor getötet.
Der ghanaische Autor englischer Sprache nimmt in diesem Monat am viertägigen Storymoja Hay Festival - eine Veranstaltung für das Schreiben, Denken und Erzählen - teil. Diese findet in der Westgate Shopping Mall der kenianischen Hauptstadt Nairobi statt. Während einer Vorlesung im Rahmen dieser Veranstaltung wird er durch somalische Extremisten der al-Shabaab bei einer von diesen ausgeführten Attacke getötet.
Kofi Awoonor zählte zu den herausragenden Persönlichkeiten Ghanas; er hat sich in vielerlei Hinsicht um seine Heimat verdient gemacht.-
Nach der schulischen Ausbildung erwirbt Awoonor seinen B.A. in Englisch an der Universität von Ghana, setzt seine Studien in London, dann an der State University New York fort, wo er zunächst seinen Master (M.A.) absolviert und später in Englisch und Vergleichender Literatur promoviert. Im letzteren Fach hat er dann auch einen Lehrstuhl an der State University New York inne, bevor er 1975 nach Ghana zurückkehrt. Dort wird er bald darauf für zehn Monate (1975/76) unter dem Vorwurf inhaftiert. einem Gefangenen geholfen zu haben, der der Beteiligung an einem Umsturzversuch beschuldigt war. Eine Erfahrung, die sich auch in seiner Arbeit als Schriftsteller und Dichter niederschlägt; sie füllt u.a. den zweiten Teil des Lyrikbandes The House by the Sea. Nach seiner Entlassung lehrt er Englisch an der Cape Coast University. Ab 1985 ist er Botschafter seines Landes in Brasilien, anschließend (1988-1990) in Kuba und bis 1994 bei den Vereinten Nationen, später fungiert er als persönlicher Berater im Präsidentenpalast unter Jerry Rawlings.
Weitere Werke:
KOFI AWOONOR: SCHRECKLICHE HEIMKEHR NACH GHANA bei amazon bestellen
v. KOFI AWOONOR

  Rediscovery, and other poems. Ibadan 1964 (noch unter seinem Geburtsnamen: George Awoonor-Williams)
  Night of my Blood 1971, Einleitung:
Ezekiel Mphahlele. Prosa u. Lyrik
  This earth, my brother: an allegorical tale of Africa (1971; dt: Schreckliche Heimkehr nach Ghana 1985) Novelle
  Ancestral Power and Lament 1972
  Ride me, memory. Lyrik. New York 1973
  Guardians of the sacred word : Ewe poetry. New York 1974
  The breast of the Earth : a survey of the history, culture, and literature of Africa south of the Sahara. New York 1975
  The Ghana revolution : background account from a personal perspective. New York 1984
  Ghana : a political history from pre-European to modern times. Accra 1990
  Latin American and Caribbean notebook. Trenton, New Jersey 1992
  Comes the voyager at last : a tale of return to Africa. Novelle. Trenton, New Jersey 1992
  Africa, the marginalized continent. Accra 1994
  The African predicament : collected essays. Accra 2006.
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28. Oktober
2013
50. Jahrestag der Gründung der Union der algerischen Schriftsteller.
Gründungsmitglieder waren u.a. Malek Haddad,  Mouloud Mammeri und Mourad Bourboune.
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November
2013
Erneute literarische Auszeichnung für Mia Couto
Anfang November wird bekannt gegeben, dass der mosambikanische Schriftsteller  Mia Couto mit dem für 2014 ausgelobten Neustadt-Literaturpreis bedacht wird. Die als us-amerikanischer Nobelpreis geltende Auszeichnung ist mit 50.000 $ dotiert.
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30. November
2013

Im Alter von Anfang 60 stirbt im französischen Limoges der malische Schriftsteller Moussa Konaté.

cover: Konate - L'Afrique noire ...
L'AFRIQUE NOIRE EST-ELLE MAUDITE?
- FRZ. ORIGINAL

Moussa Konatés frankophones Werk, das bis dato [Juli 2019] nicht in deutscher Übersetzung vorliegt, ist sehr weit gefächert. Im belletristischen Bereich reicht es vom Kinder- und Jugendbuch über Erzählungen bis hin zum (Kriminal-)Roman. Darüber hinaus verfasste der graduierte Humanwissenschaftler Sachbücher. Schließlich betätigte er sich auch als Dramatiker und wurde 2005 mit dem Sony Labou Tansi-Preis ausgezeichnet. Populär wurde Konaté vor allem mit seiner Commissaire Habib-Krimiserie.

Neben seinem künstlerischen Werk befasste sich Konaté auch mit der Vermarktung und dem Vertrieb von Büchern. So begründete er den Verlag éditions du Figuier und war Vorsitzender der Internationalen Buchmesse Étonnants voyageurs (Erstaunte Reisende) in der Sektion Afrika (Bamako/Mali).

cover: BA: JÄGER DES WORTES
Aus der Reihe:
COMMISSAIRE HABIB
- FRZ. ORIGINAL

Série Commissaire Habib. Enquête sur les rives du fleuve Niger (Commissaire Habib-Serie. Ermittlungen an den Ufern des Niger):
Le Commissaire Habib, suivi de L'Honneur des Keïta (Kommissar Habib gefolgt von** Keitas Ehre), Bamako/Mali 1998
L’Assassin du Banconi, suivi de L’Honneur des Keïta (Der Attentäter von Banconi gefolgt von Keitas Ehre), Paris 2002
L'Empreinte du renard (Die Spur des Fuchses), Paris 2006; Neuauflage: Paris 2007
La Malédiction du lamantin (Der Fluch der Seekuh), Paris 2009; Neuauflage: Paris 2010
Meurtre à Tombouctou (Mord in Timbuktu), Paris 2014; Neuauflage: Paris 2015
L'Affaire des coupeurs de têtes (Der Fall des Kopfjägers), Paris 2015; Neuauflage: Paris 2017

Weitere Romane:
Les Saisons (Jahreszeiten), Bamako/Mali 1985
Sitan, la petite imprudente (Sitan, der unvorsichtige Kleine), Bamako/Mali 1997
Barou et sa méchante marâtre (Barou und seine böse Stiefmutter), Bamako/Mali 1997
L’Hyène et le Malin Fafa (Die Hyäne und der malische Fafa [Fluss]), Bamako/Mali 1997
Les Trois Gourmands (Die drei Feinschmecker), Bamako/Mali 1997

Erzählungen:
Le Prix de l'âme (Der Preis der Seele), Paris 1981; Neuauflage: 2003
Une aube incertaine (Eine ungewisse Morgendämmerung), Paris 1985; Neuauflage: Paris 2003
Fils du chaos (Sohn des Chaos), Paris 1986; Neuauflage: Paris 2000
Goorgi, Bamako/Mali 1998
Les Orphelins d'Allah (Allahs Waisen), 2009

Kinder- und Jugendbuch (Auswahl):
Kanuden contre Coeur ténébreux (Kanuden gegen dunkles Herz), 2013
Kanuden à l'assaut des tyrans (Kanuden im Angriff der Tyrannen), 2014
Kanuden sous un soleil nouveau (Kanuden unter neuer Sonne), 2015

Sachbücher:
Mali, ils ont assassiné l'espoir (Mali - die ermordete Hoffnung), Paris 1985;Neuauflagen: Paris 1990 und 2000
Chronique d’une journée de répression (Chronik eines Tages der Unterdrückung), Paris 1988
Le Casier judiciaire, nouvelle publiée dans le recueil La voiture est dans la piroge, Éditions Le Bruit des Autres
L'Afrique noire est-elle maudite? (Ist Schwarzafrika verflucht?); Vorwort: Erik Orsenna / Académie française, Paris 2010

Theaterstücke:
Un monde immobile (Eine unbewegliche Welt), Mali, 1994
Le Cercle au féminin / L'Or du diable), Paris, 1985.
Le Dernier Pas (Der letzte Schritt - unveröffentlicht)
Un appel de nuit (Ein nächtlicher Anruf), 1995 - 2005 mit dem Sony Labou Tansi-Preis ausgezeichnet.
Khasso, Paris 2005

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12. November
2013

66-jährig stirbt der im nigerianischen Benin City geborene Schriftsteller Festus Iyayi bei einem Autounfall.
Nach dem Studium der Ökonomie in Kiew und in Bradford, wo er promovierte, kehrte Iyayi 1980 in seine Heimatstadt zurück, wo er an der dortigen Edo State University (veraltet: Bendel State U.) bis zum heutigen Tag lehrt und sich in der radikalen Union der Universitätsangestellten (Academic Staff Union of Universities, ASSU) organisiert; 1986 wurde er Vorsitzender der ASSU. Ein Jahr darauf wurde er als Oppositioneller für kurze Zeit inhaftiert.
1986 erschien nach Violence (London 1979) und The Contract (London 1982) mit Heroes (London 1986) Iyayis dritter und letzter Roman. 1987 wurde Heroes mit dem nationalen Buchpreis der Association of Nigerian Authors (ANA) und 1988 mit dem Commonwealth Writers' Prize ausgezeichnet. 1996, während der Zeit der Militärdiktatur des Sani Abacha, erschien in Lagos die Kurzgeschichtensammlung Awaiting Court Martial (Warten auf's Kriegsgericht).
Iyayis Schreiben ist dem sozialen Realismus verpflichtet und lehnt sich an die marxistische Begrifflichkeit an. Heroes wird gelegentlich als der erste proletarische Roman Nigerias bezeichnet.

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9. Dezember
2013
50. Todestag von Daniel Olorunfemi Fagunwa.
Er schrieb den ersten Roman in der Sprache der Yoruba, veröffentlicht 1938: Ogboju Ode Ninu Igbo Irunmale (engl.: The Forest of a Thousand Daemons: A Hunter's Saga; 1968 von Wole Soyinka übersetzt).
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Anmerkungen:
* inkl. arabischer Raum
** Im Französischen werden gelegentlich innerhalb von Buchreihen - wie hier Commissaire Habib - die Gesamtitel bezeichnet, indem man auch den folg. ("suivi de") oder vorausgehenden ("précédé") Einzeltitel mit angibt.
*** Naceur Charles Aceval, Noras Bruder und ebenfalls Erzähler, gibt an, ihr Vater sei baskischstämmig gewesen. Vgl. https://www.aceval.net/naceur-charles-aceval/
ÜEK: J.K. --> Aus dem Englischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©
ÜFK: J.K. --> Aus dem Französischen übersetzt und kommentiert: Janko Kozmus ©

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Quellen:

    Sach- und Personenregister
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